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Stephanplatz – Februar 2015

Ein Ort zum Verweilen

Am Stephanplatz
Am Stephanplatz

Ein Ort zum Verweilen – so großzügig und einladend wie der Stephanplatz ist. Mit alten Bäumen, Spielgerät, verschiedenen Bänken, Sportfeld für Basketball oder Fußball. Freundlich leuchten ringsum Fassaden der Wohnhäuser aus der Gründerzeit, rot-braun die mit Efeu bewachsene Schule, dunkel-grün das historische Pissoir. Angelegt wurde der Platz vor 125 Jahren an der Havelberger, Stendaler und Stephanstraße. Von 1995-2002 gehörte der Stephanplatz zum Sanierungsgebiet „Stephankiez“ – als Wohnungen ringsum umfassend erneuert wurden, der Platz umgestaltet und der Verkehr beruhigt. 

In dieser Phase gründet sich auch der Verein „Bürger für den Stephankiez“ (BürSte), um weitere Bürger-Beteiligung sicher zu stellen. Heute ist BürSte im modernen Pavillon in der Stephanstraße 43 zu Hause und kümmert sich unermüdlich um gute Nachbarschaft. Am letzten Dienstag im Monat ist Kiez-Treff, am 1. und 3. Mittwoch kostenlose Rechtsberatung sowie regelmäßig samstags Kaffee-Klatsch (www.stephankiez.de).
Für 2015 hat sich der Verein wieder viel vorgenommen. So ist für den 12. Mai der Saubere-Stephankiez-Tag geplant: alle Nachbarn sammeln Müll, fegen, entfernen Unkraut. Besonders beliebt ist das von BürSte organisierte Stephanplatz-Fest – dieses Jahr am 4. Juli. Seit Jahren ist Power21, das Jugendprojekt, am Platz aktiv und erhält dafür eine Förderung vom Quartiersmanagement Moabit Ost. Keine Frage: die Betreuung des stets gut besuchten Spielplatzes mit dem buntem Container klappt wunderbar: nachmittags werden Geräte, Dreirad oder Spiele ausgeliehen. Für den 4.6. ist die Moabiter Olympiade geplant und am 4. Juli das Fußballturnier um den Power21-Pokal.

Auch viele der 430 Schüler/-innen aus der Hedwig-Dohm-Oberschule verbringen ihren Nachmittag auf dem Platz, schauen kurz im Kiezcafé vorbei oder holen sich nebenan bei Penny etwas zum Knabbern. Die frühere Knaben- und Mädchen-Schule war 1892 eine der größten Schulen der Stadt. Ein Teil des Gebäudes wurde im Krieg zerstört. So auch die „Schulbrausebäder“, wo Kinder aus den Mietskasernen kostenlos duschen konnten. Bis 2009 war hier die Heinrich-von-Stephan-Schule untergebracht und zog dann ans Neue Ufer. Heinrich von Stephan, ab 1875 General-Postdirektor und Mitbegründer des Welt-Postvereins,  gab dem Platz 1889 seinen Namen. Ohne ihn gäbe es weder die Postkarte, noch den Fernsprecher – und kein Internet. 1876 ließ er das erste Telefonkabel zwischen Berlin und Halle verlegen.

Eine wichtige Institution am Platz ist seit über 50 Jahren die städtische Kita Havelberger Straße – unter der Leitung von Frau Heybrok. Die Kita betreut 120 Kinder – und damit eine sehr große Vielfalt an Nationalitäten. „Wir sind natürlich die beste Kita im Kiez“, lacht die stv. Leiterin Frau Blocksdorf. Bei Interesse können sich Eltern vormerken lassen: www.kindergaerten-city.deEin weiterer Anlaufpunkt am Stephanplatz ist die freie evangelische Gemeinde. Sie beteiligt sich regelmäßig am Ökumenischen Bußweg (zu Ostern bzw. Ende November) und organisiert gern Nachmittage für Kinder. Wer wissen will, was aktuell läuft, schaut einfach in den Schaukasten oder unter www.feg-berlin-moabit.de. Im Herbst lud sie zur Ausstellung „25 Jahre nach dem Fall der Mauer“ – ich fühlte mich dort sehr willkommen.

Dahinter erhebt sich der „MOA-Bogen“, dessen Betreiber den Bau des BürSte Pavillons mit finanzierte. Im größten EDEKA-Markt Berlins absolvierten schon einige Schüler/-innen ihr Praktikum. Der gewaltige Komplex schirmt den Platz bestens vom Lärm der Stromstraße ab. Er entstand 2010 auf dem Gelände der einstigen Paech-Brot-Fabrik (Abriss 1994), deren Schornstein noch lange den Kiez überragte. Viele werden sich daran erinnern. An der Ecke Stephanstr. 26 (bis 2012 war hier die Apotheke) versorgt die freundliche „Pflegestation Julia“ ihre Patienten. Gegenüber in Nr. 46, bislang vom Gerüst verdeckt, bietet „Valladares“ hochwertige und vegane Lebensmittel, Frühstück & Imbiss. Wenige Schritte entfernt verwöhnt die Konditorin „Fräulein Büker“ mit leckeren Torten und Gebäck. 

Wie geht es jetzt weiter am Stephanplatz und wie können wir erreichen, dass sich noch mehr Menschen für ihn engagieren? Unter diesem Motto tagt am 14. April ein Runder Tisch! Ich hoffe, wir sehen uns. Gudrun Radev