Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Samstag, 08. Mai 2021  18:00 Uhr

Tag der Städtebauförderung: digitaler Rundgang durch den Refo-Campus

Samstag, 15. Mai 2021  12:00 Uhr

Workshop zum Thema Lehramt

Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

Rathenower Straße – August 2013

Die Rathenower Straße

Das Gericht
Das Kriminalgericht in der Rathenower Straße

Rathenow ist eine Stadt 70 Kilometer nordwestlich von Berlin – genau wie Bad Wilsnack, Perleberg oder Pritzwalk, nach denen Straßen im Kiez benannt sind. Beginnen wir unseren Spaziergang außerhalb vom Quartier. Viele Moabiter Schüler/-innen kennen es gut: das vor zwei Jahren sanierte Oberstufenzentrum Banken und Versicherungen an der Ecke Alt-Moabit 12.

Sie schlossen hier ihr Abitur oder Lehre ab, andere versuchen, ihren Schulabschluss zu verbessern. In der Turnhalle des OSZ trainiert der erfolgreiche Club ASV Moabit Basketball.  Gegenüber steht das bekannteste Moabiter Gebäude: die Justiz-Vollzugsanstalt Moabit. Die Moabiter selbst kümmert‘s kaum. Sie plaudern in der Rathenower Apotheke (Nr. 5) über ihre Wehwehchen oder treffen sich zu einer gemütlichen Pause in der Schlemmerstube (Nr. 7).

An der Seydlitzstraße folgt eine Tankstelle mitten im Wohngebiet. Das wäre wohl heute kaum noch zulässig.  Ecke Turmstraße erhebt sich das imposante Gebäude des Berliner Kriminalgerichtes – inzwischen über 100 Jahre alt und damals das erste elektrisch beleuchtete Haus in Berlin. Wer die seltene Gelegenheit zu einer Besichtigung bekommt, sollte sie nutzen – schon die Treppenhäuser sind beeindruckend.

Von dort hat man auch einen schönen Blick in den Fritz-Schloß-Park, der an der Seydlitzstraße mit einem weitläufigen Sport- und Spielplatz beginnt. Die Kinder des Moabiter Kinderhofs gehen hier oft Fußball spielen. Etwas kleiner sind die Bälle nebenan beim Minigolf. Wer hätte gedacht, dass dessen Angebot von den Bewohnern so gut angenommen wird. „An manchen Wochenenden reichen die Golfschläger nicht. Manche kommen nur wegen des leckeren, selbst gebackenen Kuchens“, sagen die Mitarbeiter.  Seit neuestem trifft man sich dort zu Yogastunden, einem Quartiersprojekt – obendrein kostenlos! In der Rathenower gibt es auch einige Unternehmen: so hat hier die exklusive Mode-Designerin Evelin Brandt mit ihren 60 Mitarbeitern ihren Sitz oder die Druckerei Grosskreutz. In den gepflegten Vorgärten der Wohnhäuser gegenüber blüht es in allen Farben.

An der Ecke Birkenstraße fällt ein Anfang der 70er Jahre erbauter Kinder- und Jugendkomplex ins Auge. Die Stadtplaner bewiesen damals Köpfchen: Kindergarten, Freizeit-Einrichtung, Jugendamt, Schule sowie ein Kinderheim schafften einen Zusammenhang, der sehr sinnvoll erscheint. So kümmern sich heute noch Vereine wie das „Haus der Weisheit“, das „Jugendberatungshaus mentos“ oder der „Müttertreff“ um Familien. Die Kita ist bereits saniert. Das Zille-Haus wird bald wieder eröffnet (siehe S. 4) und der Schulhof der Kurt-Tucholsky-Grundschule wirkt schöner denn je zuvor. Beide Bauarbeiten wurden vom Quartiersmanagement finanziert. Besuchen sollten Sie die über Moabit hinaus bekannte Buchdruckerei Klünder auf der linken Straßenseite und den kleinen, feinen Antiquitätenladen.

Lebendiger wird es Ecke Perleberger: links die Alt-Berliner Kneipe „Kaputter Heinrich“, rechts die Nord-West-Apotheke. Auf dem kleinen Platz an der  Stendaler Straße treffen sich die Moabiter gern zu einem Plausch. Auch im Habibi-Laden, wo es alles für die arabische Küche zu kaufen gibt. O Außerhalb des Quartiersgebiets liegt die Bäckerei „Stadtplätzchen“, die ihre Berlin-Kekse in alle Welt liefert. Im selben Haus Rathenower Str. 43 lädt die Moa-Musikschule am 31. August zum „Tag der offenen Tür“ ein – Anlass genug, der Straße wieder einmal einen Besuch abzustatten.