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Pritzwalker Straße - Oktober 2014

Die Pritzwalker Straße: Grün und aktiv

Blick in die Straße
Treff am Brunnen

Pritzwalk ist neben Bad Wilsnack, Perleberg und Rathenow eine Kleinstadt nordwestlich von Berlin. Unterwegs in Moabit werde ich so manches Mal gefragt: „Pritzwalker Straße? Nie gehört!“ Meist verweise ich auf Amtsgericht und Dorotheenstädtische Buchhandlung. Die kennt jeder. An den Auslagen mit herrlichen Bildbänden und Büchern über Berlin-Tiergarten bleibt man immer wieder gern stehen. 

Die Pritzwalker Straße wurde bereits 1882 angelegt, ist heute eher von Neubauten geprägt. Wohl eine Folge der Kahlschlag-Sanierung in den 70er Jahren, die den Mietern mehr Licht und Raum bringen sollte. „Im Gebiet um die Pritzwalker wurden vor 120 Jahren die ersten mehrgeschossigen Mietshäuser Moabits gebaut. Deren Höfe waren besonders eng und dunkel, sanitäre Einrichtungen ungenügend“, erklärt Andreas Szagun von der Geschichtswerkstatt Tiergarten. „So ist es kein Wunder, dass im Flächennutzungsplan von 1965 die Gegend bis zum Schult­heiß-Gelände als Sanierungsgebiet gekennzeichnet war.“ 

An der Ecke Turmstraße preisen lautstark die Händler von „BestShop“ ihre reiche Auswahl an Obst, Gemüse und Lebensmitteln für Liebhaber der türkischen und Balkan-Küche. Sonst ist es in der Pritzwalker eher ruhig. Diese Ruhe weiß Fotokünstlerin Helen Schmidt aus der Pritzwalker 2 zu schätzen, die zum Kunstfestival gern mal Nachbarn einlädt. Ihre Werke waren schon in der Galerie Nord in der Turmstraße zu sehen.

Überhaupt leben in der kleinen grünen Allee viele sehr aktive Menschen. Die Pritzwalker hat die meisten Kiezhelden: Ingrid Thorius, Seydanur Karaca, Thomas Englert oder Andreas Klahn, allesamt Kiezhelden von Moabit-Ost.

Sonst aber ist der Alltag hier fast ländlich. Man grüßt sich sich, denn hier kennt (fast) jeder jeden. Oftmals ist das Bicyclope W neben dem Brunnen ein guter Ort für einen Plausch. Dieses Tretrad aus hellem Holz mit einer Lade-Station für Akkus wurde mit Anwohnern erbaut, gefördert vom Quartiersmanagement. Nebenan sitzen sie plaudernd unter dem großen Baum, laden Besucher zum Tee ein und verabreden sich für gemeinsame Aktionen des Quartiersmanagements.  Kein Wunder, dass sich Ideen wie die Suppen- und andere Nachbarschaftsfeste, gemeinsames Public Viewing oder das Begrünen der Straße  schnell herumsprechen. Damit wird es im nächsten Jahr weiter gehen. Vor allem der große Innenhof der Pritzwalker 1 soll verschönert werden. 

Darüber freut sich auch Anwohnerin Safie Abdul-Ghani – in diesem Jahr sogar Siegerin beim Kochduell  „Ich finde, dass wir uns noch mehr um unser Haus mit den vielen Bewohnern kümmern könnten – wir möchten uns ja wohl fühlen“.

Gudrun Radev