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Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

Perleberger Straße – April 2014

Laut und lebendig

Botschaftsgebäude
Die Botschaft von Usbekistan - einstmals Tanzsaal der Moabiter

Hand aufs Herz – die Perleberger Straße zählt nicht unbedingt zu Ihren bevorzugten Straßen, wenn Sie einkaufen gehen, oder? Dafür stehen hier momentan zu viele Läden leer, vermisst man einladend dekorierte Schaufenster, ruhige Ecken ohne Verkehr. Und doch wohnen hier ja unzählige Menschen, bilden sich Warteschlangen an den Bushaltestellen, sind die Kreuzungen voller Leben.

Eine Verkehrsader

Die stark befahrene Perleberger Straße beginnt an der Perleberger Brücke Q, von der man wunderbar die S-Bahn, Fern- und Regionalzüge sowie die Baustelle der Europa-City beobachten kann. Insgeheim hoffen die Moabiter auf die Eröffnung der neuen S-Bahn-Linie 21 mit einem Bahnhof „Perleberger Brücke“. Die 1,5 km lange Perleberger verbindet den Wedding mit dem Herzen von Moabit und mündet an der ehemaligen Brauerei in die Stromstraße. An den 11 Kreuzungen häufen sich Geschäfte, Imbisse, Dienstleistungen.

Was es nicht alles gibt …

Mindestens 6 Friseure (siehe auch unser Dezemberheft), einen Kosmetiksalon, den Zeitungsladen „Ec Er“ mit frischen Backwaren, Lotto und Fahrkarten sowie 7 Imbiss-Stuben, zwei Shisha-Bars, Alt-Berliner Kneipen und „Habibi“,W der arabische Lebensmittel anbietet. Praktische Dinge erhält man im neuen Kindergeschäft „Perlenkind“, bei Matra­t­zen-Concord, im Schuhladen Osco, bei Hifi-Play, im Blumenladen und beim Auto-Handel Phönix-Car. Dienstleistungen bieten die beiden Apotheken, der Copy Shop, die Wäscherei sowie die zahlreichen Kfz-Werkstätten im Hof Nr. 44. Relativ neu ist das „Self-Storage“ an der Ecke Quitzowstraße, wo man seinen Hausrat sicher einlagern kann. Genaue Adressen finden Sie im Heft „Kauf ein im Kiez“E, noch zu haben im Quartiersbüro.

Für Ordnung und Sicherheit…

sorgt die Polizei. Hinter der wohl längsten Häuserfront arbeiten über 500 Mitarbeiter/-innen. Früher gehörte das weite Gelände dem Preußischen Militär. Vor kurzem übernahm Polizeioberrat Jörg RockR die Leitung des Abschnitts 33. Er ist froh, dass es hier so friedlich ist – trotz steigender Einwohnerzahlen. „Ich bin jedenfalls sehr angetan von der sehr entspannten Atmosphäre in Moabit.“ 

Viel Trubel in der Bibliothek

Die beliebte Bruno-Lösche-Bibliothek öffnet an 6 Tagen in der Woche T bereits ab 10 Uhr ihre Türen. Die Besucher kommen nicht nur, um in Zeitungen und Zeitschriften zu blättern, sondern natürlich Bücher, Musik-CDs, Filme auf DVD auszuleihen, die ­Computer zu nutzen oder den Lesungen im „Krimisalon“ zu lauschen. Den Schulkindern hilft Herr Arnold bei den Hausaufgaben; Senioren lernen am Vormittag in Kursen die Welt des Internets kennen… Oft leihen sich auch die Kinder aus den 3 Kitas „Perlentaucher“, „Birkelinchen“, „Kleiner Frosch“ Bilderbücher hier aus.

Die ganze Welt zu Hause

Das bunte, multi-ethnische Bild der Straße prägen nicht nur die Botschaften von UsbekistanY und Tad­shikistan. Auch die Treffpunkte mehrerer religiöser Gemeinschaften gehören dazu: die türkisch-islamische Gemeinde „Hicret Mescidi“ (Nr. 14), die apostolische Gemeinde gegenüber, das Indonesische Weisheits- & Kulturzentrum „Al-Falah-Moschee“ (Ecke Feldzeugmeisterstraße), die evangelische Heilig-Geist-KircheU oder das pakistanische Kulturzentrum „Minhaj ul quran“ auf dem Hof der Schultheiß-Brauerei. Diese soll ab kommendem Jahr in ein Einkaufszen­trum umgebaut werden, was für die Perleberger Straße sicher ein Gewinn sein wird. 

Unterstützung bei Problemen

Die Perleberger beheimatet mehrere Anlaufpunkte für Menschen mit gesundheitlichen, finanziellen oder ganz drängenden Sorgen wie Obdachlosig­keit. In der Selbsthilfe-Kontakt- und Beratungsstelle Mitte (SHK) I – zu finden im leuchtend orangefarbenen Haus Ecke Lübecker Straße – treffen sich Menschen, die „ihr Leben auch aus eigenen Kräften verändern möchten.“ Es gibt z.B. Gruppen für Alkoholkranke, Depressive, Messis oder Rheumakranke. Dort tauscht man sich über neue Therapieformen und gute Ärzte aus.  

Meine Lieblingsorte

Zum Glück gibt auch ruhige Orte wie das „Café Lebenstraum“ an der Ecke Lübecker, wo man mit den Eltern vom Spielplatz nebenan ins Gespräch kommt. Gerne verabrede ich mich mit Kiezbewohnern auch in der „Miniperle“, wo man vom Trubel draußen schnell abschalten kann. Und welcher ist Ihr Lieblingsort?

Gudrun Radev