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PROJEKTE: Übergänge - Gärtnern an der Hedwig-Dohm-OS

"Ist das eine Brennessel?"

Auf dem Schulhof der Hedwig-Dohm-Oberschule ist der Schulgarten zu neuem Leben erblüht, das alles haben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam geschafft. Geholfen hat Ihnen dabei das Pädagogenteam des Paulo-Freire-Instituts, im Rahmen des Projekts „Übergänge“. Die Pflanzen wurden aus Projektmitteln finanziert.

Der Schulgarten wurde bereits vor einiger Zeit von einem bekannten Autohersteller angelegt und fristete seitdem ein Schattendasein. Nun hat die Garten-AG, die einmal wöchentlich stattfindet, wieder gut zu tun. Denn die Mädels und Jungs haben gemeinsam angepackt und ihren Schulraum für sich erobert. Sie haben etwas geschaffen, das sie nun alle nutzen können. Über eine Tonne Erde haben sie bewegt, das wurde anständig ausgerechnet: „Wieviel Kubikmeter Erde entspricht der Gartenfläche, die umgegraben wurde.“ Auch die zwei einsamen Schulhof-Bänke wurden neu umgesetzt. Bislang standen sie in einer Ecke und wurden von den „Kings“ belegt. Nun säumen sie das Gartenareal und alle haben etwas davon, die Schulpausen entspannen sich und es gibt weniger Streitigkeiten, dadurch dass die „Situation auseinandergezogen“ ist.

Herr Garcia "Anfangs ist es schwierig, dann kommt es in Fluss".

Diego Garcia Radkau, engagierter Mitarbeiter beim Paulo-Freire-Institut, hat viel Erfahrung mit den Kids und weiß, die SchülerInnen zu motivieren: „Am Anfang ist es schwierig, dann kommt es in Fluss und ist schließlich ein Selbstgänger.“ Die Arbeit macht den Kinder Freude, sie lernen sich untereinander besser, auf eine andere Art kennen, bekommen eine andere Beziehung zueinander und zur Natur. Herr Garcia: „Zum Beispiel sagte ein Mädchen neulich zu ihrem Freund `ich wusste gar nicht, dass Du so etwas kannst´. Auch haben wir hier richtig naturwissenschaftlich-praktischen Unterricht: `Das ist eine Brennessel, nein das! Kann man das essen?`".

Fragt man die Jungen der 8. Klasse „Macht´s Spaß?“ kommt erstmal ein entschiedenes „NEIN“. Diego Garcia Radkau erklärt die witzige Situation entspannt: „Nein ist eine positive Antwort“. Das sieht sein Gärtnerschützling aus der 8. Klasse aber anders: „Ja ist bei mir Ja und Nein bei mir Nein, tamam? Außerdem habe ich gekündigt“.  So spricht er, nimmt die Harke und beackerte den Garten, als ob er eine weitere Tonne Erde umzugraben hätte. Man muss zu seiner Ehrenrettung erwähnen, dass sich die Mädchen auf einer der neu umgestellten Bänke ganz in der Nähe niedergelassen haben und die kleine Szene recht gut mitbekommen.

Das ist also ein Jasminstrauch!

Seine Schülerkollegen hingegen haben keine Lust, wieder ins Gebäude zu gehen, wo die nächste Unterrichtsstunde wartet. „Frau Lammers“ – fragen Sie eine Projektmitarbeiterin, „Wo sollen denn die Beerensträucher hin und was ist das für eine Pflanze? – Jasmin? Das ist doch ein Mädchenname“.  

Bereits in 2012 wurde im Rahmen des Projekts mit der Hedwig-Dohm-Oberschule zusammen gearbeitet. „Übergänge“ wird Klassen- und schulübergreifend durchgeführt. Die SchülerInnen werden angeleitet, ihre persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen weiter zu entwickeln und erhalten Unterstützung im Übergang der individuellen Bildungsabschnitte. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Programms Soziale Stadt vom QM Moabit-Ost.

 

kh: bild/text