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Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

MOABIT: Sie waren Nachbarn

Wer lebte vor 70 Jahren hinter diesen Fenstern? Hinterhof in Moabit-Ost, Wilsnacker Straße

Heutzutage nahezu unvorstellbar - mitten in Berlin-Moabit, der Nachbar wird mit samt seiner Familie aus seiner Wohnung geholt, misshandelt und weggebracht und kommt nie wieder, das Mobiliar wird zerschlagen oder genommen...und nur, weil er eine andere Religion ausübte, weil er vielleicht in seinen Gewohnheiten nicht nachvollziehbar war, irgendwie "anders" eben. (Meistens nicht mal das.)

Dies ist trauriger Bestandtteil der deutschen Geschichte und hat auch vor Moabit nicht halt gemacht. Zum Gedenken und zur Warnung ist es wichtig, an diese historischen Fakten zu erinnern. Auch wenn Generationen von SchülerInnen "es nicht mehr hören können".

"Sie waren Nachbarn" thematisiert den Holocaust an jüdischen MitbürgerInnen im Dritten Reich und ist mehr als nur eine Kampagne: 

"Am 18. Oktober 2011 nähert sich der Beginn der Juden-Deportationen zum 70. Mal. Längst ist dieses Thema aus dem Bewusstsein der hier lebenden Menschen verschwunden. Nur wenn man an den Mahnmalen in der Levetzowstraße oder der Putlitzbrücke vorbei kommt, denkt man vielleicht kurz daran, was hier an Grausamkeiten stattgefunden hat.
Vom Güterbahnhof Moabit gingen rund 60 Prozent der Deportationen aus Berlin los. Während am Bahnhof Grunewald eine eindrucksvolle Gedenkstätte entstanden ist, erinnert am Bahnhof in Moabit nur ein kleines Denkmal sowie eine Infotafel an die Züge, die von hier aus in der Tod gingen.

Mit der Kampagne »Sie waren Nachbarn« soll daran erinnert werden, dass Moabit während des Holocausts eine zentrale Rolle gespielt hat.

Die Kampagne zur Erinnerung beginnt im Herbst 2011. Sie soll den heute hier lebenden Bewohnern nahe bringen, dass die damals deportierten Menschen ganz normale Mitbürger waren, so wie wir sie heute überall auf der Straße sehen. Sie hatten in den Augen der Nazis aber den Makel, dass sie jüdischen Glaubens waren oder zumindest einer jüdisch-stämmigen Familie angehörten. Das reichte als Todesurteil."

Quelle: Website "Sie waren Nachbarn", http://sie-waren-nachbarn.de/

Die Kampagne ist so angelegt, dass sich Partner (Läden, Initiativen) daran beteiligen können. Aber auch einzelne Personen sind willkommen.
Bei Interesse melden Sie sich bitte unter mail[at]sie-waren-nachbarn[.]de

kh