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Samstag, 15. Mai 2021  12:00 Uhr

Workshop zum Thema Lehramt

Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

Lübecker Straße - Dezember 2013

Die Lübecker Straße

Die Lübecker beginnt an der Post Ecke Turmstraße, jenseits vom Kleinen Tiergarten – in Fortsetzung des gern genutzten Pflasterweges. Sie führt direkt nach Norden – wohl in die sympathische Hansestadt Lübeck, deren Namen sie seit 125 Jahren trägt.  Das erste Gebäude rechts ist das moderne helle Postamt, gefolgt vom historischen Teil aus rotem Backstein und Wohnbauten der 50er Jahre mit Vorgarten. Zur Linken empfängt uns ein reich verziertes Wohnhaus in weiß/rot aus der Gründerzeit. Darin der türkische „Damla Grill“ mit einem Istanbul-Wandbild, das man gesehen haben muss.

Es folgen u.a. ein Reisebüro, der alteingesessene beliebte Salon für Kosmetik „Le Soleil“ und der kleine Afro-Shop. Hier lohnt es sich allemal vorbei zu schauen, denn Fisch, Gemüse und Wildfleisch aus Afrika gibt es zu sehr günstigen Preisen. Nebenan die alte Stammkneipe „Zur Post“.  Am Haus Nr. 46 leuchtet blau das Logo der Fritz-Jahn-Gebäude­reinigung. Der Inhaber unterstützt soziale Initiativen in Moabit, so auch den Hort der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule. Die größte Firma von Moabit-Ost hatte hier 65 Jahre ihren Sitz, zieht jedoch nun um in die Holzhauser Straße.

Kennen Sie bereits das Obdachlosen-Haus gegenüber im typischen 50er Jahre-Stil? (Früher war es ein Wohnheim für Krankenschwestern.) E Sicher doch, wenn Sie im Mai am Straßenfest „Moabiter Abendschmaus“ teilnahmen. Nicht zu übersehen sind jetzt die rosa Ballons, die abends davor leuchten – eine Aktion des Quartiersmanagement. Die Bewohner sind übrigens nicht nur aufgeschlossen, sondern beteiligten sich mit ihrer Leiterin und Kiezheldin Frau Koppelmann (siehe Heft 15) bereits zweimal am geselligen Suppenfest entlang der Pritzwalker Straße. Gerade waren sie Gastgeber für drei Kiezrunden des Quartiersmanagements. In der Lübecker stehen nur wenige Bäume. Schade, dass sich nicht ein bisschen Grün aus dem Kleinen Tiergarten hierher versetzen lässt… Jetzt jedoch kümmert sich das Projekt „Grüne Kiezstraße“ (unterstützt vom Quartiersmanagement Moabit Ost) darum, dass hier bald Pflanzen und Bänke stehen werden, deren Pflege dann Bewohner/-innen und Geschäftsleute übernehmen.

Etwas Besonderes ist das Haus Nr. 13. Hier kam 1890 der berühmte Schriftsteller und Journalist Kurt Tucholsky zur Welt. Heute sorgt hier die Galerie „Kurt, Kurt“ unter Leitung von Simone Zaugg und Kiezheld Pfelder als Stadtlabor für überraschende Ausstellungen (siehe unsere Ausgabe 9). Gleich nebenan kann man im Schaufenster des Schülerladens „Tiger, Panther & Co“ R die kreativen Arbeiten der Schüler bewundern, ebenso wie die Auslage im Atelier für „Mode & Architektur“ zwei Häuser weiter.  Im prachtvoll sanierten Haus Nr. 19 T ist die Kontakt­stelle Pflege-Engagement untergebracht, wo pflegende Angehörige kostenlos beraten werden. Gleich daneben Friseur „Kaiserschnitt“ mit Kontakt zum Smiling Berlin Verlag. Dagegen vertreibt der Weidler-Verlag weiter vorn in Nr. 8 vor allem wissenschaftliche Werke.

Seit dem Sommer können die Kinder wieder den weiträumigen Spielplatz nutzen, dessen Umgestaltung ebenfalls übers Quartiersmanagement aus dem Fonds „Soziale Stadt“ finanziert wurde. Er grenzt an das orangefarbene Eckhaus – mit dem sich die Baugenossenschaft der Bewohner einen Lebenstraum erfüllte. Darin erwartet Sie ein Nachbarschafts-Café, die Selbsthilfe-Kontaktstelle SHK und das Familienzentrum Moabit-Ost. Informieren Sie sich über das breite Angebot anhand der unzähligen Faltblätter, Einladungen und Plakate, die dort aushängen sowie unter stadtrand-berlin.de.

Ecke Perleberger Straße residiert die Botschaft von Tadshikistan. (Sie konnte 2012 beim Quartiersprojekt „Moabit mal anders“ besichtigt werden.) Im Hof des breiten gläsernen Neubaus Nr. 32 betreut die Kita „Kleiner Frosch“ die jüngsten Moabiter.

Frisch renoviert erstrahlt wieder das imposante Eckhaus gegenüber: Im Erdgeschoss die Reinigung „Textil-Stil“ und der beliebte Copy-Shop von Ali Polat. P Der Landesmusikrat im Haus Nr. 23 vertritt Interessen der Berliner Musikschaffenden. Im letzten Haus links, Nr. 26, sitzt die Fahrschule „Rennmäuse. Dahinter erblickt man schon von weitem den dunklen Moa-Bogen – das moderne Einkaufszentrum mit Parkhaus.  So treffen in der Lübecker auffallend verschiedene Baustile aufeinander. Gudrun Radev