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Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

Kruppstraße - Juni 2014

Unsere Kruppstraße

Sonnenblumen an der Ecke
Vor Alcatraz an der Ecke Wilsnacker

Eisengießer Friedrich Krupp ist der Namensgeber für die 600 m lange mit Kopfstein gepflasterte Kruppstraße. Seine Erfindung, der Guss-Stahl, war nützlich für Deutschlands wirtschaftlichen Aufschwung in der zweiten Hälfte des 19. Jh. Aber auch für die Ausrüstung der Soldaten, die in den Kasernen Moabits ihren Dienst leisteten. 
Beginnen wir unseren Spaziergang an der Wilsnacker. Ins Auge fallen die grünen Vorgärten und Baumscheiben an dieser Ecke, die von Prof. Suiko Shimon gepflegt werden. Als Japanerin folgt sie dabei einer Jahrtausende alten Philosophie, die sich u.a. an dem Stand der Sonne und den Himmelsrichtungen orientiert. Unter ihrer Anleitung greifen inzwischen sogar die Stammgäste von Alca­traz, der echten Berliner Eckkneipe, zu Hacke und Gießkanne.
Gegenüber in den „Tanzwelten“ erlernen etwa 70 Kinder seit über 14 Jahren das Tanzen. Interessierte können sich bei Tanzpädagogin Marion Mayr gern vorstellen. Zu sehen sind die Kinder beim PerlenKiezfest am 29. August. Nebenan dreht sich alles um die Musik – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Stefan Streif betreibt in Nummer 12 ein Antiquariat für Schallplatten. Er öffnet seine Fundgrube jeden Donnerstag.
Eine Tür weiter ist das Büro von Danny Hafkes Hausservice, dessen Mitarbeiter Büros und Geschäfte zum Glänzen bringen. Die Hafkes sind für ihre gute Qualität bekannt und geschätzt.  Gleich hinter der Kreuzung Rathenower hört man Kinderlachen. Dank des Quartiersmanagements stehen auf dem Hof der Kurt-Tucholsky-Grundschule phantasievolle Klettergeräte, die in den Pausen und am Nachmittag viel genutzt werden. Gerade erhielt die Einrichtung für ihr musisches Konzept zum 2. Mal den Titel „Musikalische Grundschule“ . 

Auf der anderen Straßenseite schimmert blaugrün das Mosaik an der Fassade – eine optischer Hingucker der hier ansässigen Glaserei. Gegenüber der Feldzeugmeisterstraße folgt ein Beamtenwohnhaus, von dessen Bauart es mehrere im Kiez gibt. Nele Niemeyer betreibt hier eine Naturheilpraxis mit Blick auf den Fritz-Schloss-Park. Auf den Park schauen ebenso die Kinder der Tucholsky-Grundschule im Haus Nr. 14b. Gleich daneben steht man vor einem der zahlreichen preußischen Kasernengebäude in Moabit-Ost. Über Jahre war hier der Abschiebegewahrsam, heute hingegen hat die „Zentrale Bearbeitungsstraße“ hier ihren Sitz, eine Polizei-Einheit, die Großeinsätze koordiniert. Sie gehört zur Direktion 3. 
Kurz vor der Kruppstraße 16 führt ein Weg hinein in den Fritz-Schloss-Park. Nach 50 m hört man das wohlbekannte Plopp von den Plätzen des Tennisclubs Tiergarten, der auch für seine gute Jugendarbeit bekannt ist. Nur wenige Schritte davon entfernt lädt Metall-Designer Anderl Kammermeier an Sommer-Sonntagen in seinen herrlichen Garten zu Konzerten und Ausstellungen.Y Wunderschöne Gärten entdeckt man auch im Komplex Krupp-/Lehrter Straße. Die alten Kasernen aus rotem Ziegelstein wurden von den weit über Berlin hinaus bekannten Architektur­büros – wie Sinai Landschaftsarchitekten oder Sauerbruch Hutten – denkmalgerecht saniert. Sie haben alle Hände voll zu tun, denn die Projektierung der 700 Wohnungen gegenüber dem Poststadion läuft auf Hochtouren.
Verlässt man das Karreè durch das alte Eingangsportal, lohnt es sich innezuhalten. Einer der schönsten Blicke in Moabit-Ost ist der zum Tor des Hauses Lehrter Straße 27.  Zeit für eine Pause im dortigen B-Laden. Jeden Dienstag nachmittag treffen sich hier Nachbarinnen – bei gutem Wetter im Vorgarten. Von hier aus lässt sich das Treiben auf der Kruppstraße gut beobachten.
Bianka Spieß

Bianka Spieß