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Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

KINDER: Das Heinrich-Zille-Haus

Von Trommeln, Löwen und ganz ohne Tütensuppen

Hausaufgabenhilfe mit Betreuuerin Inge, Bild: K. Heinze

Was das Heinrich-Zille-Haus für die Kinder von Moabit-Ost anbietet, kann sich sehen lassen.

Das Lieblingsfach der Geschwister Merve (7 Jahre) und Zeynep (8 Jahre) ist Mathematik. Kunst und Musik sind auch ganz interessant, aber Zahlen haben es den beiden angetan.

Ein Nachmittag im Heinrich-Zille-Haus, der kommunalen Kinderfreizeiteinrichtung des Bezirks für Kinder von sechs bis dreizehn Jahren. In dem großen Hauptraum spielen einige Kinder Tischtennis, Merve und Zeynep haben sich mit der Erzieherin Inge* in die Hausaufgabenecke, den Bereich zwischen den großen Fenstern und dem Tresen, zurückgezogen. Hier stehen Tische und Schulbücher bereit und die Betreuer/innen sind für Fragen da. Ihr Konzept ist es, die Kinder spielerisch ans Lernen heran zu führen und selbständiges Lernen anzuregen. Auch einen PC Raum gibt es, in dem vorrangig Lernspiele mit einem kleinen Löwen Anwendung finden.

Etwa 90 Prozent der Kinder kommen nach Unterrichtsschluss aus der nahe gelegenen Kurt-Tucholsky-Grundschule direkt in das Heinrich-Zille-Haus in der Rathenower Straße 17. Der Anteil von Mädchen zu Jungen ist mit 40:60 Prozent in etwa ausgewogen. Die Kinder- und Jugendeinrichtung besteht schon seit 1978, viele Moabiter Eltern haben selbst früher hier ihre Freizeit verbracht, nun kommen wiederum ihre Kinder.

Caroline Klaus ist seit 1994 Leiterin der kommunalen Einrichtung und kennt noch die Zeiten, in denen vorrangig Jugendgruppen die Freizeitstätte nutzten. Nun gehört das Erdgeschoss ausschließlich den Kindern. Ihnen wird mit dem Konzept  „Haus der offenen Tür“ ein Bereich geöffnet, in dem sie kreativ tätig sein können, sich aufgehoben fühlen und gefördert werden. Für ihre individuellen Bedürfnisse haben die Mitarbeiter/innen ein offenes Ohr und können sie auch sinnvoll in die tägliche Arbeit umsetzen.

Beispielsweise werden derzeit von den Kindern sogenannte „Cajons“ gebaut. Dies sind mit Gitarresaiten bespannte Holzkisten, die als Schlaginstrumente genutzt werden. Auf diesen Kisten kann man sitzen und auf die Schlagplatte trommeln. Entstanden ist diese Idee, weil beobachtet wurde, dass viele türkisch- und arabisch-stämmige Kinder gelegentlich diverse Möbelstücke nutzten, um ihr Bedürfnis nach musisch-rhythmischer Aktivität aus zu leben. In der Bastelwerkstatt gibt es noch viele andere interessante Angebote, man kann dort beispielsweise sein Fahrrad reparieren, Seidenmalen oder Airbrushen.

Seit 2008 werden bis zu 80 Kinder täglich mit kostenlosen Mahlzeiten oder einen kleinen Imbiss versorgt. Die Zutaten hierfür werden von der Berliner Tafel bereitgestellt, auf gesunde Ernährung der Kinder wird besonderes Augenmerk gelegt. Seit dem Koch Ahmad da ist, stehen die Kinder auch auf ganz einfache Dinge, wie z.B. Ein leckeres Tomatenbrot. Es ist nämlich durchaus nicht so, dass nur chinesische Tütensuppen auf der Hitliste der Kids zu finden sind. Es kommt einfach darauf an, was sie geboten bekommen, so Leiterin Frau Klaus.

An den Tischtennisplatten in der Raummitte wird eifrig gespielt, der Billard-Tisch, der zusätzlich zu den Vorhandenen nur für Mädchen angeschafft wurde, ist gerade verwaist. Dafür haben sich einige ältere Mädchen in die Stühle der leicht erhöhten Sitzecke „drapiert“ und klären „Beziehungsprobleme“. Auch für nahezu existenzielle Themen muss schließlich Platz sein – schließlich gibt es im Leben nicht nur Hausaufgaben. Finden auch Merve und Zeynep übrigens.

Die Kinderfreizeiteinrichtung Heinrich-Zille-Haus ist in der Rathenower Str 17 im Erdgeschoss zu finden und von Montag bis Freitag von 12.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet.

(*Name liegt der Redaktion vor).

Kontakt:
KFE Heinrich-Zille-Haus, Rathenower Str. 17, 10559 Berlin, Tel.: (030) 30873643, Jugendamt/Bezirksamt Mitte von Berlin, Leitung: Frau Klaus

Offener Bereich: Kicker, Tischtennis, Gruppenangebote, Billard (es gibt einen extra Tisch nur für Mädchen), jeden Tag ein anderes Kursangebot in den Bereichen: Kreatives Gestalten, Sport, Werkstattarbeiten, Mädchen- und Jungengruppe, zweimal wöchentlich Hausaufgabenhilfe und Lernen am PC mit Schwerpunkt Sprachförderung. Mehrmals jährlich Feste und Discos und sonstige Veranstaltungen.

 

 

kh