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Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

Gebiet

Das Quartier Moabit-Ost, copyright: BZA Mitte, Bearbeitung durch LayoutManufaktur

Wo und wie lebt man in Moabit-Ost?

Moabit ist ein Stadtteil von Tiergarten im Bezirk Mitte.
Stadträumlich erstreckt sich das Gebiet zwischen der Perleberger Straße im Norden und der Turmstraße im Süden. Westlich durch die Stromstraße und östlich von der Lehrter Straße und dem Fritz-Schloß-Park. Die großen Straßenzüge der Birken-, Rathenower- und Kruppstraße durchziehen das Gebiet.

Die Übersicht der Straßenzüge und Hausnummern, die zum Quartier Moabit Ost gehören, können Sie hier herunterladen.

Die Gebietskarte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stellen wir Ihnen hier zur Verfügung, ebenso wie das Luftbild des Quartiers. 

Das Quartier Moabit-Ost ist ein klassisches Berliner Arbeiterviertel, außerdem existieren hier auch viele ehemals vom preußischen Militär genutzte Anlagen, in denen sich heute Verwaltungsgebäude und der Polizeiabschnitt 33 befinden.

Ebenfalls zum Quartier zählen das Gelände der ehemaligen Schultheiss-Brauerei, das ehemalige Krankenhaus Moabit und die Gebäude an der Rathenower Straße 17 mit der Kurt-Tucholsky-Grundschule, dem Heinrich-Zille- Haus und dem Jugendfreizeithaus kubu.

Dadurch gibt es im Quartier auch keinen zentralen Mittelpunkt, der eine Kiezfunktion hat. Vielmehr existieren kleine „Inseln“, die eine eigene Kiezkultur entwickelt haben, wie die Lehrter Straße oder die südliche Wilsnacker Straße, in der sich eine kleine „Öko-Szene“ mit Restaurant, Lebensmittelgeschäft und Kinderladen etabliert hat.

Ein Teil der historischen Gründerzeitgebäude im Quartier wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Die verbliebenen Altbauten sind mittlerweile teils aufwändig saniert. Im Kontrast dazu stehen die Neubauten aus den späten 50er und 60er Jahren,  z.B. im Bereich der Wilsnacker/Dreysestraße.  

Die Wilsnacker Straße im Quartier Moabit-Ost zur Abendstunde

Bei einem Streifzug durch das Quartier erhält man einen sprichwörtlichen  „Sonntag-Nachmittag-Eindruck“.  Die Seitenstraßen sind wenig befahren und es gibt noch viele Winkel, die an Berlin erinnern, wie es vielleicht vor 100 Jahren ausgesehen hat.

Naherholungsgebiet ist der unmittelbar ans Quartier angrenzende Fritz-Schloß-Park mit vielen Sport- und Bewegungsangeboten. Im traditionsreichen Poststadion in der Lehrter Straße 59, das in den 20er Jahren erbaut wurde, fanden und finden auch Spiele von überregionaler Bedeutung wie z.B. um den DFB-Pokal statt, heutzutage bietet es Trainingsmöglichkeiten für viele Vereine. 

Die direkte Nachbarschaft zum Regierungsviertel und dem Hauptbahnhof wird nicht von allen Bewohnern begrüßt. Vielmehr werden die umfangreichen städtebaulichen Maßnahmen, die mit der exponierten Lage der noch unbebauten Flächen einhergehen, oft mit der Befürchtung steigender Mietpreise, Verdrängung der alten Bewohnerschaft und der Anonymisierung des Viertels in Verbindung gebracht.  


Wer lebt in Moabit-Ost?

Die Statistik zeigt die Vielfalt der Einwohnergruppen im Quartier und offenbart seine kulturelle Vielfalt. Mehr als die Hälfte der rund 10.000 Bewohner/innen hat einen Migrationshintergrund.
Viele Einwohner/innen haben ihre Wurzeln in der Türkei, aber auch in arabischen Staaten und afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Im Berliner Vergleich ist der Anteil der unter 18-jährigen hoch, es leben dafür weniger Senior/innen im Quartier als sonst im Bezirk oder der Stadt Berlin.

"Die Mischung machts" in Moabit-Ost! Bild, K. Heinze

Die soziale Situation vieler Menschen in Moabit-Ost ist schwierig, mehr als ein Drittel lebt von sogenannten Transferleistungen, wie z.B. Hartz IV. Unter den Jugendlichen, insbesondere mit Migrationshintergrund, ist ein hoher Anteil arbeitslos, ohne Ausbildung und z.T. auch ohne Schulabschluss.

Die Kaufkraft im Quartier lag 2008 rund 20% unter dem Berliner Durchschnitt,  ein anhaltender Trend. Dies führt auch dazu, dass das Straßenbild eintöniger geworden ist und z.B. Billig-Läden, Bäckereien und Spielhallen sich ausbreiten können. Auch der Ladenleerstand stellt ein anhaltendes Problem dar.  Dennoch gibt kleine Highlights, wie z.B. Retro-und Antiquitätengeschäfte, die Galerie „Kurt-Kurt“ im Geburtshaus von Kurt-Tucholsky, die Traditionseisdiele „Dolomiti“ in der Lehrter Straße 26 oder kleine, aber feine Handwerksbetriebe wie z.B. eine Buchbinderei.

Gastronomisch kommen hier Freunde der türkischen Küche auf ihre Kosten, es gibt einige kleine Imbisse. Große Restaurants sind in Moabit-Ost kaum zu finden. Das Kunst- und Kulturleben ist klein aber fein und zeigt sich hier in Form von kleinen Ateliers, etwas Kunsthandwerk und der Kulturfabrik mit Kino und Konzertmöglichkeiten.