Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Samstag, 15. Mai 2021  12:00 Uhr

Workshop zum Thema Lehramt

Dienstag, 25. Mai 2021  16:30 Uhr

3. Lernworkshop: „Effektive und wertschätzende Kommunikation“

Erste Eindrücke der Moabiter Kulturtage

Afrika-Impressionen von Sebastiano Rucci

Es ist der Auftaktabend der Moabiter Kulturtage „Inselglück“.  Die Straßen in Moabit-Ost sind wie ausgestorben und nur der schwarze Pkw mit den Deutschland-Fahnen an den Rückspiegeln fällt auf.  Der überfährt nämlich schon die zweite rote Ampel auf 100m. Fußballglück oder Ungeschick? Die WM fordert wohl ihren Tribut. Obwohl – irgendwie liegt doch noch etwas Anderes in der Luft.  

Die Künstlerinnen und Künstler sind gut vorbereitet und freuen sich darüber, Ihre Werke einem großen Publikum präsentieren zu können. Ich habe einige von Ihnen in an ihren Wirkungsstätten besucht und finde durchweg sehr freundliche und sympathische Menschen vor. Allerdings teilweise ein wenig enttäuscht, da die Besucherzahl bisher hinter den Erwartungen zurückbleibt. 

Das „Lei e Lui“  in der Wilsnacker Straße 61 eröffnet seine Ausstellung „AFRIKA – Impressionen – Interpretation und Inspiration“ Von draußen fällt dem Besucher zunächst nichts auf, drinnen dann der Hammer!

Im Alhambra des Lei e Lui: Karin Kaiser und Sebastiano Rucci, Bild: K. Heinze

Den ganzen Restaurant-Bereich schmücken Werke, die die Betreiber Karin Kaiser und Sebastiano Rucci selbst gemalt, geschneidert, zusammengetragen haben. Als Krönung kann man sich eine 3D-Sonnenbrille ausleihen und hat dann den Eindruck, man steht mitten drin im Traum von Afrika. Eigentlich der Sanitär-Bereich, aber heute ist  Alles anders. Sebastiano Rucci wurde zwar durch den WM-Austragungsort Afrika inspiriert, hat aber selbst dort Zeit verbracht und viele Freunde auf dem schwarzen Kontinent. Er hat aber auch ein Anliegen an den Betrachter: Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich Afrika wieder ins Gedächtnis zu rufen. Zu diesem Zweck liegen Bücher aus, über Menschen und Erdmännchen, aber auch Kolonialismus und Apartheid. Der Besuch lohnt sich, nicht allein wegen der viel versprechend anmutenden Desserts, die Karin Kaiser im „Allerheiligen“ – der Küche, zubereitet. Ich scheide schweren Herzens.

v.l.n.r.: Barbara Kuhrau, Kali Balcerowiak, Myriam Bentama, Ingelore Dittmer

In der Perleberger Str. 44 befinden sich die Räume der Selbsthilfe- Kontakt- und Beratungsstelle Mitte StadtRand gGmbH. Der Literaturkurs der Poesiepädagogin Barbara Kuhrau gibt eine Lesung. Ich komme zu dem Vergnügen, mir eine Episode der „Petra-Schafspelz-Geschichten“ anzuhören. Kali Balcerowiak liest Ihre zart-zauberhafte Erzählung einer Liebesgeschichte oder doch einer Zweckgemeinschaft? Marcel, der jugendliche Liebhaber möchte eigentlich Kriminalkommissarin werden. Es deprimiert ihn zutiefst, dass sein Berufswunsch nicht in Erfüllung gehen wird. Petra ist auf der Suche nach dem ultimativen Lover und hat dafür wenig übrig – sie ist pleite. Natürlich kommt alles anders, als erwartet. Wie die Geschichte ausgeht, fragt man Kali am besten selbst.

Wo bitte geht`s zum Atelier? Bild: K. Heinze

Der Kurs findet immer am ersten und dritten Donnerstag im Monat statt, der neue Zyklus beginnt ab dem 23. September. Die Platzzahl ist begrenzt, die Kosten liegen bei 5,-/2,50€ pro Termin. Anmelden tut man sich bei Stadtrand.

Das Gelände der ehemaligen Schultheiss-Brauerei in der Stromstraße ist verwaist, aber das pinke Plakat lenkt aber den Blick auf Haus 7.

Dort befindet sich das Atelier von Stefanie Schubert und Christoph Knäbich, beide UdK Absolventen der Bildenden Kunst. Ihre aktuelle Ausstellung „Ameisenstraße“ – Malerei und Skulptur“  ist in dieser Form erstmalig zu sehen. Zu Gast ist Julia Struwe. Die Schaupiel-Schülerin der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin Mitte gibt eine Vorstellung. Puppentheater inmitten zeitgenössischer Werke.

Stefanie Schubert und Christoph Knäbich im Herzen einer "Environments"-Skulptur (Knäbich), Bild: K. Heinze

Sie klärt mich über die exponierte Position des Puppentheaters als Zwischenstufe von Schauspiel und Darstellerischer Kunst auf. Denn die Ästhetik des Stückes wird stark bestimmt das Aussehen der Puppe. Wie schön oder hässlich sie wirkt, aus welchem Material sie ist; sogar wie fein ihre Hände gearbeitet sind, ist von Bedeutung. Das Spiel mit den Formen eröffnet viele bildnerische Möglichkeiten. 

Die Skulpturen von Christoph Knäbich kann man teils wie ein Zimmer betreten, so dass das gesamte Blickfeld des Betrachters ausgefüllt wird. Stefanie Schuberts großformatige Bilder geben den ausdrucksvollen Rahmen für das Ganze.  Ein Besuch in den Atelierräumen in der Stromstr. 11-17, Haus 7 lohnt auf jeden Fall!

Die Puppenspielerin Julia Struwe umgeben von Bildern v. Stefanie Schubert, Foto: K. Heinze

Adressen:

Lei e Lui, Wilsnacker Str. 61, www.lei-e-lui.de

Stadtrand gGmbH, Selbsthilfe-, Kontakt- und Beratungsstelle Mitte
Perleberger Straße 44, 10559 Berlin
http://www.stadtrand-berlin.de/

Atelier Stefanie Schubert & Christoph Knäbich, Stromstr. 11-17. Haus 7
http://www.christophknaebich.de/int.htm

kh